Ein Riesenerfolg beim 1. Rotorlive Freestyle Contest landete unser Nachwuchspilot Heiko.
Unter den 16 Teilnehmern, die sich dem Wettbewerb stellten, einen hervorragenden 4.Platz belegt. Die Piloten bewerten sich selbst gegeneinander, nach den Kriterien Show, Schwierigkeit, Musikgefühl und Kreativität. Jeweils 2 flogen gegeneinander, 6 bewerteten.
Heiko konnte in der ersten Runde den Mikado Teampiloten Frederic Hanisch besiegen. Im Viertelfinale schaltete er dann keinen geringeren als Robert Sixt aus. Im Halbfinale unterlag er dann Hiroki Ito, dem amtierenden 4maligen Weltmeister. Im kleinen Finale unterlag er Kyle Dahle, mit den Nerven schon ziemlich am Ende, wobei Ihm ein kleiner Flugfehler unterlief.
Das Finale bestritten dann Jo Kaulbach und Hiroki Ito. Auch Jo mußte sich Hiroki geschlagen geben.
Somit lautet das Ergebnis:
Platz 1: Hiroki Ito
Platz 2: Jo Kaulbach
Platz 3: Kyle Dahle
Platz 4: Heiko Fischer
Die drei ersten sind allesamt internationale Spitzenpiloten. Zitat von Markus Fiehn/Rotor: Heiko`s 4.Platz, die Überraschung des Wettbewerbs.
Glückwunsch für die tolle Leistung vom MfC-Heidelberg
Von Philipp Jung, RNZ
Taumelnd stürzt der Helikopter in die Tiefe. Mit einem hohen, weithin hörbaren Surren ändern die Rotorblätter schlagartig ihren Winkel. Der Motor heult auf, der Windstoß drückt den gemähten Rasen nieder. Der Helikopter, gerade noch in scheinbar unkontrolliertem Sinkflug begriffen, bockt heftig, aber fängt sich knapp über der Wiese. Einen Augenblick verharrt er fast lautlos in der Schwebe. Plötzlich erhöht der Pilot die Drehzahl wieder und in einer absurden Vorlage schießt der Hubschrauber empor. Die Rotorblätter zerschneiden die Luft mit einem gefährlichen Zischen. Ruckartig klappt der Heli nach hinten und fliegt kopfüber weiter.
Heiko Fischer, der waghalsige Pilot, verzieht während des ganzen Manövers keine Miene. Mit schlafwandlerischer Sicherheit hantiert er an der Fernsteuerung. Er drosselt den Motor, gibt Vollgas, drückt Knöpfe und zieht Hebel, während sein Blick starr auf sein Fluggerät gerichtet ist. Erst als der Hubschrauber wieder sicher neben ihm auf der Wiese des Modellflugclubs Heidelberg gelandet ist, nimmt er den Kopf aus dem Nacken und die Hände von der Funkfernsteuerung.
"Heiko ist unser Mann für die Action", erklärt Michael Küchler, der Schatzmeister des Vereins, nach der geglückten Vorstellung. Der junge Mann mit den wuscheligen Haaren kommt gerade herübergeschlendert und schüttelt seine Finger aus. Mit der umgehängten Fernsteuerung erinnert er auf den ersten Blick jedoch mehr an einen typisch deutschen Touristen als an einen waghalsigen Himmelstürmer. Doch der erste Eindruck täuscht. Zwar riskiert er nicht sein Leben, es steht jedoch eine Menge Geld auf dem Spiel. Denn die teuren Profigeräte des Modellflugclubs sind nicht mit den Kinderspielzeugen zu vergleichen, die in den letzten Jahren Einzug in deutsche Büros und Kinderzimmer gehalten haben.
Ganz so einfach kann man Spielerei und ernstes Hobby beim MFC jedoch auch nicht trennen, gibt Küchler zu, während er einige Modelle wie mit Samthandschuhen auf einem Tisch drapiert. "Das Hobby ist schon ziemlich anspruchsvoll. Wenn man erst mal Blut geleckt hat, dann will man auch die Technik dahinter verstehen und sein fliegerisches Können und seine Modelle stetig verbessern", erklärt der hochgewachsene Mittvierziger. Schmunzelnd fügt er hinzu: "Außerdem steckt ja auch in jedem Mann ein Kind - und das will eben spielen."
Um den geeigneten Platz dafür zu schaffen, baute der Verein 1963 in Eigenarbeit 20.000 Quadratmeter Ackerfläche zwischen Dossenheim und Neckar zu einem Flugplatz mit Vereinsheim aus. Zu jener Zeit war der Modellflugsport jedoch noch stark durch die vorherrschenden technischen Möglichkeiten begrenzt. Die wenigen vorhandenen Seglermodelle wurden noch mit Winden angeschleppt.
Heute besitzen die überwiegend männlichen Mitglieder über 100 Modelle, die sich hauptsächlich mit Hilfe von Elektro- oder Verbrennungsmotoren in die Lüfte erheben. Einige davon hat Küchler zum Vorzeigen dabei. Der Größe nach akkurat aufgereiht, reicht die Rotorenspannweite bei der getroffenen Auswahl von fünf Zentimetern bis zu über einem Meter. Die Größe sagt jedoch noch nichts über Preis, Leistung und Qualität des Modells aus.
"Der Preis variiert nach den Ansprüche des Piloten an seinen Hubschrauber", erklärt Roland Lammel, der erste Vorsitzende des MFC. "Die einfachen Modelle sind hauptsächlich aus Plastik und haben eher leistungsschwache Motoren", erläutert er. Dabei hebt er mit seinen großen Händen sanft den in grellen Farben lackierten Tischhubschrauber mit fünf Zentimetern Rotorumfang an. "So was kann man in jedem gut sortierten Spielwarenladen für 30 Euro kaufen. Die Profimodelle kosten je nach Material und Flügelspannweite dann flugfertig - also mit allem Zubehör und Funklenker - (englisch: flight ready) so zwischen 150 und 2000 Euro." Heiko, der sich nach seinem Probeflug dazugesellt hat, ergänzt noch: "Es gibt auch Hersteller, bei denen man sich seinen ganz eigenen Heli zusammenstellen kann. Mit Leichtbaumaterialien, entsprechender Motorisierung und einer Flügelspannweite von 2,5 Metern bist du dann schon mal bei 30.000 Euro."
Über die Frage, ob dann nicht sehr viel Lehrgeld zu bezahlen sei, wenn man einmal abschmiert, lachen die älteren Clubmitglieder herzhaft. "Also ich habe das Fliegen noch auf die altmodische Art mit vielen Trockenlenkübungen gelernt. Da hat es der Nachwuchs schon leichter. Die lernen alles direkt am Computer", stellt Küchler fest und zwinkert Heiko zu. "Ja, das ist super. Mit der Simulationssoftware spart man sich viele Lehrstunden. Jeder kann sein eigenes Modell aus einer Datenbank heraussuchen. Gesteuert wird der Simulator dann mit der eigenen Fernsteuerung", stimmt dieser zu. Die Flugeigenschaften weichen nämlich je nach Funktionsprinzip sehr stark voneinander ab.
Unterschieden wird hauptsächlich zwischen Helikoptern mit Verbrennungs- oder Elektromotor. Der Verbrennungsmotor wird mit einem Gemisch aus Methanol und Rizinusöl betrieben. Er ermöglicht längere Flüge und wird wegen seiner höheren Leistungsfähigkeit bei den größeren und schwereren Modellen eingesetzt. Nachtteil ist seine komplexere, fehleranfällige Mechanik. Der Elektromotor entwickelt zwar weniger Leistung, dafür ist er pflegeleichter. Allerdings hält eine Akkuladung für einen Flugdurchgang maximal acht Minuten. Ohne Reserve-Akku wäre der Ausflug somit ein kurzes Vergnügen.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die einzelnen Steuerungsarten. Bei drehzahlgesteuerten Modellhubschraubern, auch "Fixed-Pitch" genannt, erfolgt die Steuerung des Auftriebs durch die Veränderung der Drehzahl der Rotorblätter. Zwar steuert sich ein Modellhelikopter somit träger, aber durch den einfachen mechanischen Aufbau und das geringe Gewicht hat sich diese Bauart für die meisten Hubschrauber unter 500 Gramm durchgesetzt.
Die dritte Möglichkeit sind Koaxialrotor-Hubschrauber, die zwei gegenläufige, übereinander liegende Rotoren besitzen. Darum wird bei dieser Variante kein Heckrotor zum Drehmomentausgleich gebraucht. Hubschrauber mit dieser Steuerung haben durch den fehlenden Heckmotor auch nicht die typische Steuerungsabweichung (englisch: Drift) und können daher auf engstem Raum eingesetzt werden.
Heiko hat währenddessen die Akkus seines gelenkigen Koaxial-Hubschraubers für den zweiten Durchgang ausgetauscht: "Wildfliegen sollte man in Deutschland nicht. Das ist gesetzlich verboten und für Schäden haftet keine Versicherung. Tollkühnes Fliegen ist jedoch gerne gesehen. Da kann man sich richtig mit dem jeweiligen Modell messen und die Grenzen testen", sagt er, während er die Rotoren startet.
Info: Weitere Informationen auf der Homepage des MFC Heidelberg unter der Adresse www.mfc-heidelberg.de und bei World of games, Neugasse 12, 69117 Heidelberg, www.wog.de.